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Ferien

Jo, heute ist Sonntag, morgen fängt die Schule wieder an. Blöd sowas. Weil die Ferien schön waren.

Am Montag war der 1. Oktober. Das ist der Nationalfeiertag der Chinesen, Riesenhalligalli in Peking Innenstadt. Deswegen sind wir auch Abends nach Tiananmen gefahren. Jadahaha, nur haben meine lieben Gasteltern die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Beziehungsweise ohne die anderen Gäste. Als wir nämlich ankamen, war Tiananmen total überflutet. Das war klar, dafür bräuchte man noch nichtmal nachzudenken, aber leider war ein Nebeneffekt, dass auch keine Parkplätze mehr da waren. Eigentlich auch klar. Ich wär auch lieber mit der Bahn gefahren, aber das scheint nicht so wirklich zu gehen. Wenn man ein Auto hat, dann muss man das auch benutzen. In China. Sind also zurückgefahren.

Vorher, also vormittags waren wir wieder auf der Mauer. Was? Schon wieder? Ja klar! Nur diesmal nicht in Badaling, sondern in Juyongguan. Das ist doch alles das gleiche? Nö.
Juyongguan ist kleiner, weniger beeindruckend, nicht so breit und gigantisch. Dafür, und das ist mir wichtig und Grund genug da hinzugehen, sind da auch höchstens ein zwanzigstel der Leute, die in Badaling über die Mauer strömen. Also hat man sogar Platz. Man kann Fotos machen, wo keine Leute drauf sind oder nur man selber.
Ich schätze, dass das daran liegt, dass dieser Teil nicht sone Rollstuhlrampe ist wie Badaling. In Juyongguan gibts 'nen ganzen Haufen Stufen, deren Anzahl allein schon anstrengend ist. Zusätzlich sind die Stufen kniehoch und sausteil. Also nix für Ommas, Schwangere, Behinderte, Memmen und den westeuropäischen/amerikanischen Durchschnittstouristen. Das ist, warum weniger Ausländer dahin kommen. Die Chinesen bleiben weg, weil das nicht so berühmt ist. Man muss sich einfach auf Badaling fotografieren lassen, das ist wichtig, weil... ähm... also Badaling ist der berühmtere Teil... weil... ähm, naja, ist ja auch egal.

Womit wir bei einer Angewohnheit sind, die den meisten Deutschen die ich kenne, (zum Glück) nicht eigen ist. Das sich-vor-etwas-fotografieren-lassen. Die Chinesen wollen immer, dass ich mich vor einer jeweiligen Sehenswürdigkeit fotografieren lasse und das reicht dann auch schon, die Sehenswürdigkeit ist alleine kaum interessant. Was ich völlig unverständlich finde, denn beispielsweise die Mauer wirkt doch ohne so einen 21. Jahrhundert-Typen mit komischer Frisur viel authentischer und schöner. Ich lasse also die "stell dich mal dahin, ich mach ein Foto von dir" über mich ergehen und mach hinterher selber noch ein Foto ohne mich.

Am Dienstag dann haben wir dem, wie Jiaxing mir versicherte, einzigen richtigen, echten und guten Pekingentenrestaurant einen Besuch abgestattet. Wobei das das ganze nicht wirklich trifft, vielmehr hat uns dieses wunderbare Restaurant gnädig eine Audienz gewährt. (Audienz? Audio = Ton/Hören etc..., aber was zur Hölle passt besser?) Da geht man nämlich nicht einfach hin. Da geht man hin und zieht eine Nummer. Und dann wartet man vor dem Restaurant, bis die Nummer aufgerufen wird, weil ein Tisch freigeworden ist.
Also standen vor dem Restaurant ungelogen 150 Menschen rum und warteten darauf, dass sie essen konnten. Also etwas ganz Besonderes, dieses Restaurant.

 

Sone Scheiße!

Ich hab hier gestern nochmal so viel geschrieben wie oben und das hat der aber irgendwie nicht geschluckt! Die Missgeburt! Tja, da müsst ihr jetzt drunter leiden, mal sehen, wann ich Bock hab, das auszubügeln...

 

7.10.07 06:55


Endlich

Soo. Jetzt seh sogar ich ein, dass es mal wieder Zeit ist für einen umfangreichen Eintrag in meinen wundervollen Netzblock.

 Diesmal fang ich sogar gar nicht mit "es ist auch eigentlich kaum was passiert." an, denn das wäre gelogen.

 Erstmal das, was letztes Mal zu kurz gekommen ist. Und zwar etwas, das mir eine große Freude war und außergewöhnlich und überhaupt super und so ;-)

Nämlich... Die lieben ASSE-Freunde aus Yanqing, also da wo wir im Camp waren, haben es auf die Reihe bekommen, mit Grace einen Ausflug nach Tiantan zu planen. Tiantan heißt Himmelstempel glaub ich.
Jedenfalls mit viel Ach und Weh und telefonieren und fragen habe ich es daraufhin auf die Reihe bekommen, dazuzustoßen. Wow! Also bin ich sogar an einem Feriensamstag freiwillig um 7 aufgestanden, um den Bus zu erwischen.
Über die Aktion selber gibts garnicht soviel zu erzählen, wir haben uns super amüsiert, es war toll mal wieder deutsch zu reden und englisch mit französischem Akzent zu hören :-D
Der Tempel war völlig austauschbar. Villeicht wär er interessant gewesen, wenn das Wetter besser gewesen wär. Und wir uns mehr auf ihn statt aufs Erzählen konzentriert hätten. :-)
Hier ein großes Danke an Grace und Shaoqi sowie meine Gasteltern, die das ganze überraschenderweise erlaubt haben. Auch wenn sies wohl kaum lesen werden.

 Ein ähnliches Erlebnis hatte ich letzten Sonntag. Katja S., eine alte Freundin meiner Eltern rief mich überraschend am Samstag an und verkündete, sie werde am Sonntag mit einem Haufen anderer Deutscher die Mauer unsicher zu machen. Erst dachte ich, hmm Mauer war ich schon zweimal, muss nicht nochmal sein. Aber dann, nachdem ich erfuhr dass es sich weder um Badaling noch um Juyongguan handelt, freundete ich mich schon mehr mit dem Gedanken an.

Also schon wieder früh aufstehen! Und diesmal an einem Sonntag! Ich Armer! Von einem "Onkel" Jiaxings zu Katjas Wohnung fahren lassen, unter ständigem Brüllen. Der war der hartnäckigste "Was, du verstehst nicht? Dann muss ich wohl lauter und aggressiver reden."-Chinese.
Bin dann sehr nett mit einem deutschen Frühstück empfangen worden. Das war geilo. Brot wie in Deutschland und ganz viel anderer Kram, der sogar echt deutsch war, also deutsche Marken. Und richtiger Kaffee, nicht diese Instant-Plörre, die man hier nur bekommt.
Nach dem Frühstück zu den anderen Deutschen gesellt, die schon vor ihrem Hotel warteten. Man sah ihnen zwar an, dass sie deutsche Urlauber waren, aber trotzdem waren sie ganz nett :-D (Ich will garnicht wissen, wie deutsch ich aussehe) Besonders auffällig: der Botschaftsschulenmathelehrer. Kölner. Mit einem dieser Kölsch-Tshirts. :-D

Das besuchte Mauerstück war dann auch das allerbeste von den dreien, die ich jetzt hinter mir habe. Wirklich kaum Leute, abgelegen, keine Riesenhauptstraße und nur ein, zwei Souvenirhändlerinnen. Die übrigens weniger Souvenirs als Böller verkaufen. Böller, die sie wahrscheinlich selbst gemacht haben und für die man bei uns eingesperrt werden würde. Die Mauer selbst war teilweise eine Ruine, wir mussten richtig kraxeln. Das war eine richtige Wanderung, nicht dieses Hin-Fotomachen-Zurück, dass die Chinesen offensichtlich so gerne praktizieren. Das war schön :-)
Die  Saarländer, die dabei waren,  haben sich aus Deutschland eine riesige Lyoner Fleischwurst (scheint da irgendwie lokalspezialität zu sein) mitgenommen und sich stolz damit auf der Mauer ablichten lassen. Und hinterher verspeist.
Hinterher in einem Forellenrestaurant, das zwar unscheinbar aber wirklich gut war. Ich mochte den Fisch sogar, vor allem weil er wenige Gräten hatte. Die Chinesen essen nämlich vorzugsweise grätigen Fisch und dann prokelt auch nicht der Koch die Gräten vorher raus sondern der Endnutzer fummelt sich die klebrigen Fischknochen aus dem Mund und passt auf, ja keine zu verschlucken. Nicht so meins.

Bin am Abend schließlich spät wiedergekommen. Und alleine! Der Bus hat mich an einer Bahnhaltestelle rausgeschmissen und ich bin alleine mit einmal Umsteigen und einmal Busfahren wieder nach Hause gekommen. Das ist hier sogar einfacher als in Deutschland, von einem Gleis fährt nur eine Linie ab, in eine Richtung, die klar angegeben ist, überall hängen hilfreiche Pläne und man bezahlt nur einmal 30ct und kann dann im ganzen Beijinger Netz fahren, solange man nicht aus dem Bahnhof rausgeht.
Zugegebenermaßen ist das Beijinger Stadtbahnnetz auch lächerlich winzig im Gegensatz zum KVB-Netz. Das vereinfacht die Sache. Auf den Plänen sind nur Linien in fünf verschiedenen Farben und nicht in 42.

Irgendwann in diesen Wochen hatte ich  noch ein desillusionierendes Erlebnis. Und zwar im Elektromarkt. Hab ich davon schon erzählt? Ich glaub nicht. Da arbeitet Jiaxings "Bruder", von dem ich erst vor kurzem erfahren habe, dass er garnicht mit Jiaxing verwandt ist. Ist übliche Praxis, guten Freunden Verwandtentitel zu geben. Jedenfalls, dieser Elektromarkt ist ein riesiges Gebäude, in dem unzählige kleine Verkäufer ihre Waren feilbieten. Sone Art Basar. Und da hab ich mir neue Kopfhörer gekauft. Bevor man da etwas kauft, muss man immer Jiaxings "Bruder" fragen, der sagt dir dann, ob man das kaufen kann oder ob es so schlecht gefälscht ist, dass es wahrscheinlich nicht funktioniert
Einmal fragte ich Jiaxing nach Computerspielen, weil ich den Verdacht hatte, dass diese hier zu einem Spottpreis über die Theke gehen könnten. Ich sollte Recht behalten. Jiaxing sprach eine Verkäuferin an, die unter dem Ladentisch einen großen Karton mit Pappumschlägen hervorholte. Die Spiele kosteten 6 元, 60 ct sind das. Und waren so offensichtlich und schlecht gefälscht, dass man noch nichtmal die CD anschauen musste. Auf den Umschlägen passten die Bilder nicht zu den Titeln oder der Titel stimmte erst garnicht. Naja, 60ct halt. Ausprobieren. 50% Erfolgsrate, Jiaxing hat immer die richtigen 50% und ich die falschen :D
Irgendwann fragte ich Jiaxing dann nach "guten" Spielen. Und er zeigte mir wieder die Pappkartonspiele. Immer wieder. Erst ganz spät fiel mir ein, dass er vielleicht "Gut" garnicht mit "echt" und "funktionierend" gleichsetzt. Und fragte also nach "echten". Er war ehrlich verblüfft. "Echte? Die sind teuer!" Aber er zeigte mir trotzdem einen Händler, der sowas verkauft. Meine Augen leuchteten! Die Auswahl war zwar minimal, aber durchweg vertrauenserweckend und zum Preis von 69元 je neuwertiges Originalspiel. Wieviel Euro das sind, kann sich der logisch begabte Leser aus vorherigen Beispielen ausrechnen ;-) (Nur zum Vergleich: Ein neues Spiel kostet in Deutschland 40-50&euro. Kaufte mir also gleich zwei Stück, Rainbow Six Vegas und Splinter Cell Double Agent. Das erste läuft wie geschmiert, sogar auf Deutsch und das zweite ist leider chinesisch und funktioniert garnicht. Was aber leider daran liegt, dass es sich mit Vista nicht so gut verträgt. Jiaxing und sein Bruder schauten mich an, als hätte ich das Geld soeben in einen Schredder geworfen.

(Peinlich irgendwie, dass sich der längste Absatz mit Computerspielen beschäftigt ^^)

Meine Schuluniform hab ich jetzt auch! Sehe darin supersexy aus, natürlich. Saukalt, das Scheißteil. Also gestern 买东西. Eine lange Unterhose und einen dicken Pulli erstanden, zu fast deutschen Preisen. Ich hoffe ihr verzeiht mir die Modetodsünde eine lange Unterhose zu besitzen und zu tragen. Es wär einfach zu kalt sonst Ich musste feststellen, dass Jiaxing seine Unterhosen nicht selbst aussucht, sondern seine Mutter ihm welche vorschlägt :-( Er ist 18. Erschreckend zu sehen. Irgendwie.

Achja, ich habe mir nach dem vor dem Mauerbesuch ein "Berliner Landbrot" gekauft, von dem ich manchmal etwas esse. LEider hält es sich nicht lang, ist also jetzt schon hart Meine Familie steht drauf, hat aber nicht  so richtig verstanden, wie das  eigentlich funktioniert. Dass man sich das selbst schmiert und nicht schmieren lässt. Dass, wer kann, sogar relativ harte Butter verstreichen kann, und dass Mayonnaise kein Butterersatz ist, schon garnicht bei Honigbrot. Eine weitere Eskapade hinsichtlich Westessen war Milchreis. Mir ist auf einmal eigefallen, dass Milchreis eigentlich das ist, was auf die schnelle am einfachsten zuzubereiten ist und dessen Zutaten leicht verfügbar sind. Also von Reis erzählt, der in Milch gekocht wird. Angewidert verzihen sie das Gesicht. Aber meine Gmama versucht das gleich erstmal aus. Ohne meine Supervision. Geht natürlich in die Hose, sie kocht den Reis nicht zu Brei-Konsistenz, sondern zu Reiskonsistenz. Und als Beilage zu normalem Essen. Außerdem, obwohl ich gesagt habe, Zucker sei wichtig, "Zucker ist nicht gut für den Körper". Also weggelassen. Ihr könnt euch denken, dass das nicht so der Brüller war.
Überhaupt ist diese gesundes Essen-Kiste hier noch lästiger als zuhause in Deutschland. Weil wir die Gesundheit anders bewerten als die Chinesen. Zucker ist hier ganz schlecht, darf nur in seehr kleinen Mengen verwendet werden. Dagegen wird hier, wie es eine schöne Redensart in meinem Umfeld manchmal sagt, gerne "frittierte Butter mit Sahne" gegessen. Unglaublich fett ist vieles hier. Und Fleisch ist bei jeder Mahlzeit dabei. Also wirklich jeder. Meistens sogar ein Hauptfleisch und in der Gemüsebeilage nochmal ein Nebenfleisch. Kein Witz.
Letztens fragte mich mein Gpapa, ob wir in Deutschland auch nach dem YingYang-Prinzip essen. Ihr wisst schon, das mit dem schwarz-weißen Kreis und so. "Nein" sag ich. "Achso, stimmt ja, ihr esst nach sonem thermischen Prinzip. Die Temperaturen müssen ausgewogen sein, stimmts?" Öh. Kurz Nachdenken... Nein, eigentlich nicht. Scheint eine ganz komische Vorstellung für die zu sein, dass man einfach isst, was man möchte und da garnicht so viel drüber nachdenkt.
Außerdem finde ich es komisch, dass jemand, der soviel isst, wiegt und raucht und sowenig Sport macht, frische Luft schnappt und ausschläft wie Jiaxing mir erzählt, zuviel Kakao sei ungesund. ;-)

Das wärs mal wieder, ich habe Hochachtung vor dem, der das alles gelesen hat. 

21.10.07 07:42





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